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Der Name Weblog ist ein Kunstwort, das am Ende des letzten Jahrhunderts entstand. Es setzt sich aus web (Netz) und log von 'Logbuch' zusammen. Weblogs bezeichnen ein Phänomen, das im Internet immer häufiger zu finden ist. Ein Weblog ist eine Website, auf der ihr Betreiber regelmäßig tagebuchähnliche Einträge verfasst. Der Namensgeber des Webogs ist der Amerikaner Jorn Barker, der bereits in den Neunziger Jahren ein privates Internettagebuch veröffentlichte. Wie gerade im allgemeinen Sprachgebrauch des World Wide Web üblich, wird auch das Weblog abgekürzt und ist allgemein bekannt unter dem Namen 'Blog'. Die Leute, die in den Blogs Texte veröffentlichen, nennen sich 'Blogger' und das Schreiben im Blog ist das 'Bloggen'. Die Einträge in einem Blog werden umgekehrt chronologisch aufgelistet, das heißt, der aktuellste steht ganz oben. Die Einträge sind nicht nur nach Datum, sondern auch nach Kategorien geordnet, in denen wiederum nach Datum sortiert wird. Die Leser des Blogs können jeden Eintrag kommentieren. Diese Kommentare sind wiederum chronologisch unter dem Beitrag aufgelistet. Im Prinzip kann jeder einen Kommentar zu einem Beitrag im Blog schreiben. Oft wird bei Webdiensten eine Registrierung durch die Angabe einer E-Mail-Adresse verlangt, die aber nicht immer öffentlich angezeigt wird. Die einzige Regel, die beim Verfassen von Kommentaren bei den Bloggern gilt, ist es, keinen Werbemüll zu verbreiten. Und selbstverständlich sollten die im Netz allgemein üblichen Umgangsformen gewahrt werden.
Weblogs sind nichts anderes als regelmäßig aktualisierte, sehr subjektive, oft rasend komische, manchmal schon literarische, nicht selten politische Webseiten, gemacht, gepflegt und publiziert von Individualisten, die etwas zu sagen haben und sich (meist) auch gut ausdrücken können. Weblogs sind keine Nachrichtenquellen, sie sind Kommentare zur Welt- oder auch zur persönlichen Lage des Autors.
Weltweit sollen ungefähr 70 Millionen Weblogs existieren. Diese Zahl ermittelte das amerikanische Magazin Blog Herald. Weil einige Blogs inaktiv sind oder unter mehreren Adressen erreicht werden können, fällt dieses Ergebnis so hoch aus. Allerdings scheint die Zahl der Blogger auch nach Bereinigung der Statistik dafür zu sprechen, dass ein neuer Trend geboren ist. In Deutschland sind laut dieser Statistik nur 280.000 Weblogs aktiv.
Wann das erste Weblog entstanden ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Jedenfalls war es lange, bevor der Begriff eingeführt wurde. Wenn man die chronologische Anordnung der Beiträge als Kriterium nimmt, war es wohl WWW-Erfinder Tim Berners-Lee, der am Schweizer Kernforschungszentrum CERN das allererste Weblog betrieb. Auf einer Internetseite protokollierte er fortlaufend die Entwicklung und Nutzung der neuen Internet-Technik.
Der Maxime, dass Blogs interessante Seiten im Internet verknüpfen, trug Netscape-Gründer Marc Andreessen auf seiner Seite bereits in den Jahren 1993 bis 1996 Rechnung, wo er mit kurzen Kommentaren auf jeweils neue Websites verwies. Damit bot er den Internetusern eine Orientierung im schnell wachsenden Web.
Eines der ersten privaten Webtagebücher wurde 1996 von Justin Hall, dem Autor des damals sehr populären Online-Magazins 'Hot Wire', eingerichtet.
Warum richtet man ein Weblog ein? Die Beweggründe reichen von Mitteilungsbedürfnis über Geltungsdrang bis hin zum Interesse am kommunikativen Austausch mit anderen und die daraus resultierende Erweiterung des persönlichen Horizonts. Die Motivationen, Weblogs zu betreiben, sind wohl so unterschiedlich wie die Weblogs selbst. Und es gibt unzählige Arten von Weblogs. Im klassischen privaten Blog erzählt der Autor von seinen Erlebnissen und Fundstücken im Internet oder auch im realen Leben. In seinem Blog verweist er auf interessante Links oder tut seine Meinung zu den verschiedensten Themen kund. Das Blog ist vergleichbar mit einem öffentlichen Tagebuch oder einer Internetkolumne. Ein Weblog kann auch als Plattform dienen, um das tagespolitische Zeitgeschehen zu kommentieren. Einen entscheidenden Aufschwung nahmen Weblogs mit dem 11. September 2001. Als die Auswirkungen der Terrorattacken auf die "Twin Towers" erkennbar waren, begannen viele Autoren, das Geschehen online zu dokumentieren. Die Blogger nutzten die Möglichkeit, über das Ereignis schneller, direkter und persönlicher zu veröffentlichen als manches Nachrichtenportal im Internet. Auch während des Irakkrieges rühmte sich die Blogger-Szene damit, unabhängige und freie journalistische Darstellungen zu veröffentlichen, die nicht den Maulkorb der Zensur tragen mussten. Da der Blogger allerdings nicht zu Objektivität verpflichtet ist, geben Weblogs sehr subjektive und manchmal eher einseitige Sichtweisen wieder und sind somit nicht als Ersatz für Zeitungen zur Informationsgewinnung geeignet.
Auch Journalisten nutzen – wenn auch oft noch etwas skeptisch – diese neue Art der Informationsverbreitung. Vom traditionellen Journalismus sind Blogs aber meist weit entfernt. Die Gegner der Weblogs sind gerade unter den Journalisten zu finden. Viele sehen die klassischen Medien durch die Masse an Weblogs gefährdet, da die wenigsten Blogger eine journalistische Ausbildung genossen haben. Allerdings schreibt sich noch längst nicht jeder Blogger ernsthaften Journalismus auf die Fahnen. Im Gegenteil. Eine große Zahl der Blogs dient nur der Unterhaltung und Kommunikation. Schnell entwickelten sich spezielle Blogs, die hauptsächlich mit Bildstrecken oder kurzen Videoclips ihre Geschichten erzählen, sog. Photo- und Videoblogs (z. B. 1pd.de).
Ein Community Weblog ist eine News-Seite im Weblogstil. Im Gegensatz zum individuellen Weblog gibt es hier eine Gruppe von Autoren, die die Beiträge verfasst. Leser haben die Möglichkeit, die Kommentarfunktion zu benutzen und Artikel zu diskutieren oder sich aktiv mit eigenen Artikeln am Weblog zu beteiligen. Community Weblogs haben sich meist bestimmten Themenbereichen verschrieben, die mal mehr, mal weniger scharf umrissen sind.
Die vielen Variationen von Blogs werden aufgrund der einfachen Handhabung von den unterschiedlichsten Menschen betrieben. Ob Professor oder Politiker, Supermarktmanager oder Bauarbeiter, Schauspieler, Models, Schüler und Studenten – die Blogs sind für alle da und erfreuen sich regen Interesses bei sämtlichen Teilen der Bevölkerung.
Als gegen 1997 die eigentliche Weblog-Ära begann, waren die ursprünglichen Weblogs Webseiten mit zahlreichen Links, die die Autoren nur mit Hilfe eigener HTML-Kenntnisse erstellen konnten. In den folgenden Jahren kamen neue Programme auf den Markt, die das tägliche Aktualisieren erleichterten. Außerdem entstanden ab 1999 Services, die dem Nutzer die Installation einer eigenen Software ersparten. (Eine Liste mit Blog-Software ist zu finden unter http://unblogbar.com/software.) Ihren Siegeszug verdanken die Weblogs aber vor allem dem einfachen System, das dahinter steckt. Ein leicht zu bedienendes Publishing-Tool, ermöglicht es nahezu jedem Internetnutzer, ein eigenes Weblog zu schreiben. Diese Dienstleistungen sind zum größten Teil kostenlos und werden bei vielen Internetdiensten (z. B. bei www.blognic.net) angeboten.
Meist genügt eine Registrierung mit Nickname, E-Mail-Adresse und Passwort, um ein eigenes Weblog zu starten. Aus verschiedenen Designs, den so genannten Templates, kann man das Erscheinungsbild seines Blogs auswählen. Im 'Archiv' werden die Beiträge gespeichert und können meist über eine Suchfunktion oder durch anklicken des gesuchten Tages im Kalender wieder gefunden werden. Ein Weblog enthält viele Links auf andere Seiten oder Blogs. Ein Permalink verweist auf die Internetadresse eines bestimmten Beitrags in einem Weblog. Unter dieser Adresse ist der Beitrag und die dazugehörigen Kommentare dauerhaft erreichbar. Die Blogroll ist eine Liste von Links zu anderen Weblogs, hauptsächlich zu solchen, die der Autor des Blogs selbst liest. Sie dient der Verknüpfung und Aktualisierung von Informationen, denn in dieser Liste wird angezeigt, in welchem Blog innerhalb der letzen Stunde neue Beiträge oder Kommentare veröffentlicht wurden.
Ebenfalls der Vernetzung untereinander dienen die Trackbacks. Sie verweisen auf einen Beitrag in einem anderen Weblog, der dasselbe Thema behandelt. Durch das wiederholte Auftauchen in anderen Weblogs, steigt auch der Bekanntheitsgrad des eigenen Blogs. Die meisten Anbieter stellen diese Trackback- Funktion zur Verfügung.
Wenn man auf der Suche nach interessanten Weblogs ist, kann man diese in diversen Katalogen finden (z. B. unter www.rss-verzeichnis.de; www.bloghaus.net/karte).
Das eigene, kostenlose Weblog ist nur noch ein paar Klicks entfernt: www.blognic.net